Inklusions-Projekt „PrideMerch.de By Team Behinderte“ spendet 1.032 Euro an die Aids-Hilfe Bremen e.V. und weitet Netzwerk aus:
Es ist eine Geschichte über Mut, gegenseitiges Vertrauen und echte Solidarität: Pünktlich zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember überreicht das Team von „PrideMerch.de By Team Behinderte“ stolze 1.032 Euro an die Aids-Hilfe Bremen e.V.. Was als kühne Idee des lernbehinderten Aktivisten Thorsten Höller begann, ist heute ein wachsendes Erfolgsmodell für Inklusion, welches beweist: Wer Hilfe empfängt, kann auch Hilfe geben. Der Erfolg spricht sich herum – mittlerweile haben sich auch der CSD Verden und der CSD Rotenburg dem solidarischen Netzwerk angeschlossen.
Ein Kreis schließt sich: Von der ersten Chance zur großen Spende
„Wir sind behindert, aber nicht dumm – und wir können Großes leisten, wenn man uns lässt“, sagt Thorsten Höller, Gründer von PrideMerch und Initiator des Team Behinderte im Queer Cities e.V., bei der Scheckübergabe. Die Summe von 1.032 Euro stammt aus den Erlösen des Verkaufs der beliebten Aids-Solidaritäts-Teddys und weiterem Regenbogen-Merchandise, den das inklusive Team vertreibt.
Die Partnerschaft ist tief verwurzelt. Im Oktober 2022 war die Aids-Hilfe Bremen e.V. die allererste Organisation, die an das Potenzial von Thorsten Höller und seinem Team glaubte, als das Projekt noch in den Kinderschuhen steckte.
Mario Carlo Stara-Flohr, Pressesprecher der AIDS-Hilfe Bremen e.V., nahm den Scheck sichtlich bewegt entgegen:
„Als Thorsten uns damals seine Idee vorstellte, haben wir nicht gezögert. Wir wollten behinderten Menschen aus der LGBTQI-Community einen Raum geben, selbstbestimmt zu arbeiten. Dass dieses Team, das selbst so viele Hürden im Alltag überwinden muss, uns heute mit einer so großzügigen Spende unterstützt, rührt uns zutiefst. Gerade in Zeiten, in denen öffentliche Gelder knapper werden, zeigt diese Spende: Die Community hält zusammen. Wir haben damals auf die richtige Partnerschaft gesetzt – und heute ernten wir gemeinsam die Früchte der Solidarität.“
Der Welt-Aids-Tag 2025: Warum jeder Euro zählt
Der kommende Welt-Aids-Tag am 1. Dezember steht mehr denn je für das Recht auf ein Leben frei von Stigmatisierung. Die Spende fließt direkt in die Aufklärungs- und Beratungsarbeit der Aids-Hilfe. Die „Aids-Teddys“, die nun von Menschen mit Behinderungen verpackt und ausgeliefert wurden, sind dabei doppelte Botschafter: Für ein Leben mit HIV ohne Ausgrenzung und für eine Arbeitswelt, die niemanden zurücklässt.
PrideMerch.de: Mehr als ein Shop – Sichtbarkeit durch „Delivery mit ÖPNV“
Hinter der Spende steht ein revolutionäres Konzept: „PrideMerch.de By Team Behinderte“ ist keine klassische Behindertenwerkstatt, sondern ein inklusives Unternehmen, das queeren Menschen mit Behinderung echte Teilhabe ermöglicht. Das Team übernimmt für Partner wie den CSD Bremen, CSD Bremerhaven oder die Aids-Hilfe den kompletten Merch-Vertrieb.
Doch das Team geht noch einen Schritt weiter. Unter dem Motto „PrideMerch Delivery“ liefern Thorsten, Marcel und die anderen Teammitglieder Bestellungen in Bremen und Umgebung persönlich aus – ganz nachhaltig mit BSAG (Bremer Straßenbahn AG) und ÖPNV.
Thorsten Höller erklärt stolz:
„Ich wollte nicht mehr nur Metall in einer Werkstatt verbiegen. Ich wollte für den Regenbogen arbeiten. Wenn ich heute mit der Straßenbahn zum Kunden fahre und die Bestellung persönlich übergebe, dann sehen die Leute: Hier kommt jemand, der seinen Job liebt. Ich verbinde mein Hobby, den ÖPNV, mit meiner Arbeit. Wir verstecken uns nicht.“
Marcel Wölk (Empfang und Telefon) ergänzt und betont den Wert dieser Begegnungen:
„Jede persönliche Zustellung ist für mich ein Beweis, dass ich meinen Teil leiste. Wir sind sichtbar. Wir gehören dazu. Und wenn wir durch unsere Arbeit Vereinen helfen können und gleichzeitig Spenden für die Aids-Hilfe erwirtschaften, dann gewinnen am Ende alle.“
Ein Modell, das Schule macht: CSD Verden und Rotenburg steigen ein
Der Erfolg in Bremen blieb nicht unbemerkt. Das Konzept von PrideMerch – „Wir machen die Arbeit, ihr bekommt die Unterstützung“ – zieht immer weitere Kreise. Längst gehören nicht nur der CSD Bremen + Bremerhaven e.V., sondern der CSD Verden e.V. i.Gr. sowie jüngst auch der CSD Rotenburg zu den Partner.
Das Prinzip ist so simpel wie genial: PrideMerch übernimmt als inklusives Unternehmen das volle Risiko. Von der Beschaffung über die Lagerung bis hin zum Versand der T-Shirts, Flaggen und Bändchen. Die Partnervereine erhalten 10 % des Umsatzes als Lizenzgebühr, während 90 % die inklusiven Arbeitsplätze sichern.
Ein Angebot an die Community: Freiräume für das politische Ehrenamt schaffen
Viele CSD-Vereine und queere Organisationen kennen das Problem: Das Ehrenamt arbeitet am Limit. Die Organisation von Demonstrationen, politischen Forderungen und Kulturprogrammen verschlingt jede freie Minute. Oft bleibt der Wunsch, eigene Merchandise-Artikel anzubieten, auf der Strecke – oder er wird zur zusätzlichen Belastung durch Kartons im privaten Wohnzimmer und den Stress des Paketversands.
Genau hier bietet PrideMerch.de eine Handreichung an, die mehr ist als nur ein Dienstleister-Angebot. Es ist eine Chance für Vereine, sich wieder auf ihren politischen Kern zu konzentrieren, ohne auf Sichtbarkeit durch Merchandise verzichten zu müssen.
Wer mit PrideMerch kooperiert, lagert nicht nur Arbeit aus, sondern setzt ein kraftvolles Statement: Jedes verkaufte T-Shirt schafft direkt Arbeit für queere Menschen mit Behinderung. Zudem profitieren die Vereine von den sogenannten „Mitnahmeeffekten“: Wer im Shop ein Bändchen für Bremen kauft, sieht auch das Shirt aus Verden oder den Button aus Rotenburg. So stärken sich die Communitys gegenseitig, statt in Konkurrenz zu stehen.
Thorsten Höller und sein Team stehen bereit, dieses Netzwerk der Solidarität weiter zu vergrößern und weiteren Vereinen den Rücken freizuhalten.




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